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Hydraforce USA GM zu Strafzöllen: “Wir werden unsere Formel nicht ändern”

Hydraforce USA GM zu Strafzöllen: “Wir werden unsere Formel nicht ändern”

Heute sollen die hohen Strafzölle der USA auf Aluminium und Stahl in Kraft treten. Einfuhren von Stahl sollen mit Zöllen von 25 Prozent, Importe von Aluminium mit 10 Prozent belegt werden. Doch die EU bleibt wohl vorerst davon verschont, wie unter anderem der Spiegel gestern meldete. Wie lange diese Ausnahmeregelung gilt, ist jedoch noch unklar. O+P Fluidtechnik war Anfang der Woche in Chicago beim amerikanischen Einschraubventil-Experten Hydraforce zu Gast. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um mit Tony Casale, Executive Vice President und General Manager Hydraforce USA, über eventuelle Konsequenzen der Strafzölle zu sprechen.

Herr Casale, haben die Strafzölle einen Einfluss auf das Hydraforce-Geschäft?

Natürlich beschäftigen wir uns damit. Wir beziehen Teile unseres Stahls aus Deutschland. Wir hoffen, dass Deutschland eine der Ausnahmen des endgültigen Tarifs sein wird. Wir beobachten die Entwicklung sehr genau.

Würden Sie ihre Bezugsquellen ändern, wenn es zu teuer im Einkauf wird?

Nein. Unsere Kunden verlassen sich auf uns und unsere Qualitätsstandards. Wir können nicht wegen Preisverschiebungen von einem Tag auf den anderen unser Material ändern. Das würde zu starke nachgelagerte Effekte auslösen.

Zudem betreffen diese Materialien nur bestimmte Teile in unseren Ventilen. Für manche unserer Ventil-Komponenten können wir auch auf Werkstoffe aus den USA oder Kanada zurückgreifen. Aber nochmal: Wir werden unsere Materialauswahl nicht schlagartig umstellen können, und wollen das auch gar nicht. Diese Strafzölle müssten sehr, sehr lange in Kraft sein, bevor wir darüber nachdenken würden, etwas an unserer “Formel” zu ändern.

Zudem steht das zweite Hydraforce-Stammwerk in Großbritannien. Hat Hydraforce einen Brexit-Notfall-Plan in der Schublade?

Wir haben ein Team, das die Entwicklungen für uns beobachtet und vierteljährlich Bericht erstattet. Natürlich beschäftigt uns das Thema auch hier in den USA. Zur Zeit können wir die Folgen noch nicht abschätzen, weil die Meldungen auch so stark variieren. Manchmal sieht es aus, als würden die Verhandlungen gut und flüssig laufen, und dann sieht es wieder so aus, als gäbe es einen riesigen Handelskrieg.

Aber: Es hätte unsere Entscheidung, unser neues Werk 2015 in Birmingham zu eröffnen, wahrscheinlich nicht geändert, wenn wir damals gewusst hätten, dass der Brexit kurz bevorsteht.

 

Foto: Links: Fotolia, Personenbild Tony Casale: Peter Becker

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Veröffentlicht von

Peter Becker

Digitalisierungs- und VR-Enthusiast. Wie sich die vergleichsweise „alte“ Fluidtechnik in das Anforderungsprofil Industrie 4.0 einfügt, fasziniert mich, und macht die Arbeit in und mit der Branche sehr reizvoll.

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