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Interview: “Spannende Zeiten für F&E”

Interview: “Spannende Zeiten für F&E”

Morten Clausen ist seit 2017 Senior Director Integrated Solutions und Global Research and Development bei Danfoss Power Solutions. Der Unternehmensteil sitzt in der dänischen Stadt Nordborg. Clausen ist studierter Mechatroniker. Für Danfoss arbeitet er seit 2008 und hat in dieser Zeit einige wichtige Entwicklungsprojekte begleitet. O+P Fluidtechnik hat ihn auf seine Lounge eingeladen und befragt.

Was fasziniert Sie an Ihrer Aufgabe und an der Hydraulik im Allgemeinen?

Angesichts globaler Herausforderungen wie Urbanisierung, Nahrungsmittelversorgung und Klimawandel ist energieeffiziente Hydraulik eine Schlüsseltechnologie für viele Lösungen. Die schiere Kraft, die die Hydraulik in Unternehmen etwa der Landwirtschaft oder dem Baugewerbe liefert, ist unersetzlich. Es ist faszinierend, an der Entwicklung neuer und innovativer Lösungen mitzuwirken, die effizienter sind und damit Emissionen reduzieren. Danfoss und unsere Hydrauliklösungen waren so gesehen noch nie so relevant wie heute. Ein großer Teil dieser Faszination besteht darin, die Hydraulik mit neueren Technologien wie Digitalisierung und Elektrifizierung zu kombinieren. Danfoss investiert viel in diese Technologien, und wir haben Lösungen parat.

Zum Beispiel unsere digitale Verdrängerpumpentechnologie oder die Elektro- und Hybridsysteme von Danfoss Editron. Es ist für mich faszinierend, Teil eines Unternehmens zu sein, das eine große Rolle bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen spielt, die solche schwere Arbeit erledigen. Und natürlich warten wir im Moment auf die Zustimmung zur Zusammenarbeit mit Eaton Hydraulics, die Danfoss angeboten hat, von der Eaton Cooperation zu kaufen. Das ist eine große Chance. Durch die Fusion wird sich die Zahl der Ingenieure im Unternehmen verdoppeln. Ich bin in der Forschung und Entwicklung tätig – da sind dies definitiv aufregende Zeiten!

Danfoss hat weltweit Anwendungsentwicklunszentren (ADC) eingerichtet. Was ist das und wer kann daran teilhaben?

Diese Zenteren sind tatsächlich das Rückgrat unserer Forschung und Entwicklung. Wenn wir gemeinsam mit unseren Kunden Lösungen entwickeln, können wir in den ADCs unser Anwendungs-Know-how umfassend demonstrieren und umsetzen. Die Einrichtungen minimieren Risiken, reduzieren Kosten und Design-Zykluszeiten. Die ADC‘s stehen allen Kunden offen, die Danfoss-Produkte testen oder Lösungen in Zusammenarbeit mit uns entwickeln möchten.

Wie werden digitale Anwendungen der Hydraulik am stärksten weiterhelfen können? In wie weit wird Danfoss die Entwicklung mitgestalten?

Die Konnektivität von Maschinen, Datenerfassung und -analyse spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung zukünftiger Lösungen. Danfoss ist in diesem Bereich sehr engagiert und wir investieren auch stark in Bereiche wie IoT, Sensoren und Autonomie. Unser Plus+1 ist das Herzstück dieser Reise. Wir haben ein Team von 250 Software-Ingenieuren bei Danfoss Power Solutions, die sich auf die Weiterentwicklung der Plattform konzentrieren, und etwa 100 Ingenieure, die die Hardware zur Unterstützung der Software-Entwicklungen entwickeln. Wir stellen unseren Kunden die  notwendigen Bausteine zur Verfügung, um Anwendungen auf den Markt zu bringen, die die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen.

Welche mittelfristigen Trends sehen sie als für hydraulische Anwendungen für besonders wichtig an?

Der Übergang zu emissionsfreien und batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) wird sich beschleunigen, und das wird die Nachfrage nach energieeffizienter Hydraulik weiter antreiben. Der  Schwerpunkt wird auf der Verbesserung der Gesamteffizienz der Fahrzeuge liegen. Wir können heute die Emissionen der Fahrzeuge durch Elektrifizierung vollständig eliminieren. Aber das ist mit ziemlich hohen Kosten verbunden und auch wenn das Fahrzeug selbst emissionsfrei sein mag, ist das für den Strom, der zum Aufladen der Batterien benötigt wird, nicht immer der Fall. Noch  stammt nicht der gesamte Strom aus grüner Energie. Durch die Entwicklung einer effizienteren Hydraulik senken wir also den Gesamtenergieverbrauch deutlich, sparen Emissionen, Energiekosten – und den Bedarf an Batterieleistung, der einen großen Teil der Gesamtkosten ausmacht. Das wird eine echte Veränderung bewirken und eine Schlüsseltechnologie für den Aufbau einer nachhaltigen Zukunft sein.

Quelle: Danfoss

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