Pneumatische Press- und Membransysteme benötigen während eines Arbeitszyklus häufig unterschiedliche Luftzustände. Stromumkehrventile ermöglichen den schnellen Wechsel zwischen Saugen, Blasen und drucklosem Umlauf. Der angeschlossene Seitenkanalverdichter kann dabei kontinuierlich in derselben Drehrichtung weiterlaufen. Unterdruck kann beispielsweise zum Ansaugen, Spannen oder Anlegen einer Membran verwendet werden. Überdruck unterstützt anschließend das Lösen, Rückstellen oder Belüften des Systems.
Würde der Seitenkanalverdichter für jeden Wechsel zwischen Saugen und Blasen abgeschaltet oder seine Drehrichtung geändert, verlängerten sich die Umschaltzeiten. Zudem würde der Motor durch wiederholte Start- und Bremsvorgänge zusätzlich beansprucht. Ein Stromumkehrventil verändert stattdessen die Führung der Prozessluft. Der Seitenkanalverdichter läuft kontinuierlich weiter, während das Ventil die Luftwege entsprechend der benötigten Prozessphase umschaltet.
Drei Stellungen für unterschiedliche Prozessphasen
Das Stromumkehrventil VI6-34 stellt drei grundlegende Betriebsstellungen bereit:
Saugen
In der Saugstellung erzeugt der Seitenkanalverdichter Unterdruck an der angeschlossenen Arbeitsleitung. Dadurch können Membranen angezogen, Werkstücke fixiert oder pneumatische Pressvorgänge unterstützt werden.
Blasen
In der Blasstellung wird der vom Seitenkanalverdichter erzeugte Luftstrom als Überdruck zur Arbeitsleitung geführt. Dieser Luftstrom kann zum Lösen einer Membran, zum Belüften eines Systems oder zum schnellen Freigeben eines Werkstücks genutzt werden.
Neutralstellung
In der Neutralstellung wird die Luft innerhalb des Ventil- und Verdichtersystems umgeleitet. Die Arbeitsleitung wird dabei weitgehend vom aktiven Saug- oder Blasbetrieb getrennt. Die Neutralstellung darf jedoch nicht mit einer sicher absperrenden Haltefunktion gleichgesetzt werden. Sie ist kein garantiert druck- oder vakuumdichter Betriebszustand. Muss ein Werkstück oder eine Membran über einen definierten Zeitraum sicher gehalten werden, sind zusätzliche Absperr-, Rückschlag- oder Sicherheitskomponenten erforderlich.
Kontinuierlicher Betrieb des Seitenkanalverdichters
Der entscheidende Vorteil des Stromumkehrventils besteht darin, dass der Seitenkanalverdichter während des gesamten Arbeitszyklus in derselben Drehrichtung weiterlaufen kann. Das Umschalten erfolgt über die veränderte Luftführung und nicht über eine Drehrichtungsänderung des Motors. Dadurch lassen sich kurze Taktzeiten realisieren. Gleichzeitig werden häufige Motorstarts vermieden. Seitenkanalverdichter eignen sich aufgrund ihres kontinuierlichen, pulsationsarmen Luftstroms besonders für Anwendungen, in denen wiederholt zwischen Unterdruck und Überdruck gewechselt werden muss.
Für die Auswahl des Seitenkanalverdichters und des Stromumkehrventils reichen Angaben zum maximalen Unterdruck oder Überdruck allein nicht aus. SKVTechnik unterstützt Anlagenbauer und Betreiber bei der Vorauswahl eines geeigneten Seitenkanalverdichters und des dazu passenden Stromumkehrventils. Grundlage dafür sind die Prozessdaten, die gewünschten Betriebsstellungen und der zeitliche Ablauf des jeweiligen Press- oder Membranprozesses.
Quelle: SKV Technik






