Die Zahl der Beschäftigten im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist weiter rückläufig. Zum 30. Juni dieses Jahres waren in Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten rund 1,01 Millionen Mitarbeitende tätig – das entspricht einem Rückgang von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Unsere Branche steht unter erheblichem Druck. Insbesondere die hohe weltweite Unsicherheit und die damit verbundene Investitionszurückhaltung, aber auch der Strukturwandel und der globale Wettbewerbsdruck stellen die Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Dass viele von ihnen trotz allem an ihrer Stammbelegschaft festhalten, ist Ausdruck ihrer langfristigen Planung und Verantwortung“, erklärt Dr. Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des VDMA.
Aktuelle Zahlen aus der VDMA-Konjunkturerhebung für das zweite Quartal 2025 zeigen erste Anzeichen einer leichten Entspannung: Im Vergleich zum ersten Quartal ist der Anteil der Unternehmen, die eine Ausweitung ihrer Stammbelegschaft anstreben, von rund 17 auf 20 Prozent gestiegen. Diesen möglichen Ausbau der Stammbelegschaft planen hauptsächlich kleinere Unternehmen mit weniger als 10 Millionen Euro Jahresumsatz sowie sehr große mit mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz. Der Beschäftigungssaldo bleibt in den Erwartungen jedoch negativ. Trotz der angespannten Lage am Arbeitsmarkt bleibt der Fachkräftemangel eine strukturelle Herausforderung. Laut ifo-Institut gibt nach wie vor fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) im Maschinenbau an, durch fehlendes Personal in der Produktion eingeschränkt zu sein. Mehr als ein Viertel der Beschäftigten im Maschinen- und Anlagenbau wird in den nächsten zehn Jahren das Renteneintrittsalter erreicht haben. Der Fachkräftemangel bleibt langfristig bestehen. „Hierauf muss die Politik endlich reagieren: Anreize zur Frühverrentung müssen weg, das Renteneintrittsalter schrittweise erhöht werden“, fordert Fabian Seus, Leiter Competence Arbeitsmarkt beim VDMA. „Auch das Thema Fachkräfteeinwanderung darf dabei nicht vergessen werden. Hier brauchen wir vor allem schnellere Anerkennungsverfahren und das Zeitarbeitsverbot muss weg“, fordert Seus.
Quelle: VDMA






