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Continental schafft mit einer Ölbarriere neue Standards auf hoher See

Continental schafft mit einer Ölbarriere neue Standards auf hoher See

Das Technologieunternehmen Continental hat eine neue Generationan schwimmenden Ölbarrieren für den Einsatz auf hoher See entwickelt – die erreichte Breite von 3200 mm eignet sich insbesondere für Einsätze bei starkem Seegang. Der weltweite Energiebedarf lässt die Menge an Erdöl steigen, die auf See gefördert wird. Damit einhergehend steigt auch das Risiko von Unfällen mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt sowie auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebs – sowohl förderseitig an den Bohrplattformen als auch bei Schiffsunglücken wie Havarien riesiger Tanker. Das Technologieunternehmen Continental hat nun gemeinsam mit einem Partner eine besonders effektive Schutzmaßnahme entwickelt: Eine neuartige, schwimmende Ölbarriere, die selbst arktischen Stürmen die Stirn bietet. Die schwimmenden Barrieren kommen sowohl bei der regelmäßigen Wartung von Ölbohrplattformen zum Einsatz als auch im Ernstfall, denn trotz größter Sicherheitsmaßnahmen lassen sich Unfälle auf hoher See nicht vollkommen verhindern. Wenn dies passiert, muss umgehend gehandelt werden, um die Ausmaße des Ölteppichs so gering wie möglich zu halten. Die schwimmenden
Barrieren kreisen ausgelaufenes Öl auf See ein, sodass Tanker es mit Hilfe von Schläuchen schnell aus dem Wasser abpumpen können. Je nach Seegang, findet dies direkt am Eisatzort oder in gemäßigteren, also weniger wellenreichen, Gewässern statt.

Die Methode, Öl auf diese Weise einzukreisen, ist nicht neu, und auch die schwimmenden Barrieren von Continental haben sich bereits seit vielen Jahren bei den Wartungsarbeiten von Ölbohrplattformen im Serieneinsatz bewährt. Die neuste Generation der Ölsperre hat jedoch eine Besonderheit zu bieten. „Was sie so einzigartig macht, ist die spezielle Breite der Luftkissen: Marktübliche Produkte messen maximal 2000 mm. Andere Maße konnten aus fertigungs- und
materialtechnischen Gründen bisher nicht produziert werden. Mit unseren 3200 mm breiten Sperren schaffen wir neue Standards in der Umwelttechnik“, erzählt Michael Möschen, Anwendungstechniker bei Continental. Mit dieser Entwicklung ist es Continental gelungen, dass die Ölbarrieren selbst starken Herbststürmen Stand halten, während herkömmliche Konstruktionen mit nur 2000 mm Breite bei starkem Wellengang schnell überspült werden – mit katastrophalen
Folgen für die Umwelt.

Maßgeschneiderte Umwelttechnik

Continental Ölbarriere Umwelttechnik ContiTech

Der verheerende Untergang der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko im April 2010 hatte gezeigt, dass viel mehr Breite nötig ist, um einen Ölteppich sicher einzukreisen. Infolgedessen mehrten sich die Anfragen nach entsprechenden Lösungen und die Entwicklungsarbeit an noch breiteren Konstruktionen begann. „Wir sind produktstrategisch sehr gut aufgestellt und auch unser Vulkanisierungsverfahren war schon damals ausgereift. Die Fertigung war eine echte Herausforderung, die wir erfolgreich meistern konnten. Inzwischen haben wir die 3200 mm breiten Ölbarrieren bereits mehrfach ausgeliefert. Natürlich erst, nachdem sie Testmanöver bei heftigen Stürmen mit meterhohen Wellen bestanden haben“, beschreibt Michael Möschen das erfolgreiche Projekt.

Die neuste Generation der Ölbarriere wird im Continental-Werk in Northeim gefertigt, konfektioniert und vulkanisiert. Ähnlich wie Fördergurte, auf deren Herstellung Continental seit Jahrzehnten spezialisiert ist, besteht sie aus Kautschuk und verschiedenen Gewebeschichten. Am Markt gibt es schlichtweg kein alternatives Gewebe mit der erforderlichen Größe, sodass bei der Fertigung der Ölsperre die Trennebenen der einzelnen Gewebestücke miteinander verbunden werden müssen. Die besondere Herausforderung bei der Herstellung ist deshalb die manuelle Konfektionierung der
Schwimmbarrieren. Das macht die Produktion äußerst aufwendig. Darüber hinaus müssen Aggregate und Pressen höchstpräzise arbeiten. „Die Ölbarrieren sind für ihre Breite extrem dünnwandig – gerade einmal 6-7 mm. Beim Schiffstransport zum Einsatzort werden sie auf starke Winden gewickelt. Dort zählt jedes Kilogramm Gewicht und somit sollte die Masse möglichst gering sein“ ergänzt Möschen.

Beständig gegen Widrigkeiten auf hoher See

Unter speziellen Prüfbedingungen und auf See getestet, haben sich die schwimmenden Barrieren als außerordentlich zuverlässig und sicher erwiesen. In punkto Breite sind sie auf dem Markt konkurrenzlos. Damit die Barrieren möglichst senkrecht im Wasser stehen, sind unterhalb der Wasseroberfläche Ketten mit Gewichten an ihnen befestigt. Dadurch kann auch bei dicken Ölteppichen das Öl nicht unterhalb der Barriere in das offene Meer treiben, sondern wird sicher umkreist.

Auf die Festigkeit legten die Entwickler ebenfalls ein besonderes Augenmerk: Treibgut im Meer kann die schwimmenden Barrieren beschädigen. Auch hier überzeugt das hochfeste Gewebe und die robuste Kautschukschicht der Continental-Entwicklung: Im Labor hat sie bis zu 0,5 bar Druck ausgehalten. Das klingt bescheiden, ist aber für ein Luftkissen dieser Größe enorm. Und noch ein weiterer Aspekt ist wichtig: Die Barrieren sind luftdicht wie ein Fahrradschlauch, denn im Einsatz darf Luft auf keinen Fall entweichen. Luft wird in die Barrieren gepumpt, sobald sie von der Winde auf dem Schiff ins Wasser abgelassen werden.

Das Material des Systems ist darüber hinaus ozon-, feuer- sowie salzwasser- und ölbeständig. Die Barrieren sind mehrfach einsetzbar und weisen mit bis zu zehn Jahren – je nach Härte der Einsätze – eine hohe Lebensdauer auf für ein Produkt, das so vielen widrigen Umständen ausgesetzt sein kann. „Mit der Entwicklung der 3200 mm breiten Ölbarriere haben wir unsere
Material- und Fertigungskompetenz unter Beweis gestellt. Außerdem festigen wir damit unsere Position als Vorreiter auf dem zukunftsfähigen Markt der Umwelttechnik“, hebt Möschen hervor.

 

Quelle: Continental

Veröffentlicht von

Svenja Stenner

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