Arbeitsmarkt für Ingenieure unter Druck

Arbeitsmarkt für Ingenieure unter Druck

Die Zahl der offenen Ingenieursstellen ist seit März stark gesunken und die Zahl der Arbeitslosen ist sprunghaft angestiegen: Verglichen zum Vorjahresquartal stieg die Zahl der arbeitslos Gemeldeten um 44,9 %. Das zeigen die Zahlen für das 3. Quartal 2020 aus dem aktuellen Ingenieurmonitor, den der VDI mit dem Institut der deutschen Wirtschaft herausgibt. Ursache ist in erster Linie die Corona-Krise.

Allein im dritten Quartal 2020 sank die Anzahl der offenen Stellen um 26,2 %. In absoluten Zahlen waren monatsdurchschnittlich im dritten Quartal 92 380 offene Stellen zu besetzen, wovon 61 170 auf die acht klassischen Ingenieurberufskategorien und 31 200 auf Informatikerberufe entfielen. Eine Beschäftigung in einem Ingenieurberuf suchten im dritten Quartal 2020 monatsdurchschnittlich 46 088 Personen, wovon 33 465 auf die acht klassischen Ingenieurberufskategorien und 12 623 auf Informatikerberufe entfielen.

„Da die Ingenieurarbeitgeber weiterhin versuchen, ihr Stammpersonal zu halten, viele von ihnen jedoch vorübergehend auf Neueinstellungen verzichten, betrifft dieses Problem insbesondere jüngere Ingenieurinnen und Ingenieure mit auslaufenden Projektverträgen sowie Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger“, sagt VDI-Direktor Ralph Appel. Ralf Klemme, Vorsitzender des VDI-Fachbeirats Beruf und Arbeitsmarkt und Director Human Resources Management der Lenze SE, betont, dass Fachkräftesicherung weiterhin ein wichtiges Thema sei. Der demografische Wandel geht nach Corona weiter.

Die Krise bekräftigt laut Appel darüber hinaus einen Trend, der sich auch schon vorher abzeichnete: eine deutliche Verschiebung der Arbeitskräftenachfrage in den Ingenieurberufen in die Bereiche Informatik und Bau. Aber Appel bleibt oprimistisch: „Ob Energiewende, Smart Home oder die Transformation der Autobranche – die Komplexität der technischen Herausforderungen steigt. Das führt langfristig wieder zu einem wachsenden Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Informatikerinnen und Informatikern“, prognostiziert Appel.

Quelle: VDI
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